20 Dez

Von Kalbarri über Coral Bay nach Exmouth – vorbei an Muschelstränden und bunten Korallen

Als wir von der Nebenstraße durch den Kalbarri Nationalpark wieder auf den State Highway 1 abbiegen, geht es laaange Zeit einfach nur geradeaus. Wenn man hier wohnt, kann man heute schon erkennen wer übermorgen zu Besuch vorbeikommen wird.


Darauf sind wir nicht vorbereitet und es wirkt schnell einschläfernd. Auch das Radio findet in dieser Einöde keinen Sender und mein Handy kein Netz. Kilometerweit begegnet man kaum einem Auto, hin und wieder ziehen jedoch die bis zu 36 Meter langen Roadtrains an uns vorbei. Endlich ein Licht am Ende des Tunnels – das Billabong Roadhouse.

Hier kann man tanken, duschen und sogar auf dem Stellplatz im Campervan übernachten. Besser wäre das allerdings am vorherigen Rest Stop Nerren Nerren, denn da ist alles kostenlos. Wir holen uns jedoch nur ein Eis, nachdem wir den Tank gefüllt haben, und fahren danach weiter. Da wir nicht mehr so richtig viel Lust haben weiter geradeaus zu fahren, entscheiden wir uns am nächsten Roadhouse in Richtung Shark Bay abzubiegen. Da ich zuletzt auf Petras Blog etwas über Hamelin Pool und den Campingplatz an der dortigen Telegraphenstation gelesen habe, fahren wir dorthin. Eigentlich möchte ich auch gerne noch zum 50 km weiter gelegenen Shell Beach, der nur aus Herzmuscheln besteht, aber wir sehen uns erst einmal hier um, nachdem wir erfahren haben, dass man dort gar nicht schwimmen darf.
Wir unternehmen also einen kleinen Spaziergang zum Strand und sehen auf dem Weg den Muschelsteinbruch, aus dem früher Quader geschnitten wurden, mit denen man Häuser gebaut hat.

Die fest zusammen gepressten Muscheln scheinen ein stabiles Baumaterial abzugeben und mich beeindruckt, wie dieses feste Material einfach inmitten der Landschaft zu finden ist.

Unser Weg führt uns weiter zum Strand und siehe da – auch dieser besteht rundherum aus Herzmuscheln! Wer braucht denn da noch den Shell Beach?

Zufrieden lasse ich ein paar Muscheln auf mich regnen und wir setzen den Weg fort.

Denn auch hier gibt es Stromatholiten und zwar nicht gerade wenige. Unter Wasser soll es sogar welche geben, die bis zu 1,5 Meter groß sind!

Die Stromatholiten von Hamelin Pool sind weltberühmt, weil es eine der wenigen noch wachsenden Kolonien ist, zusammen mit der am Lake Clifton. Sie gehören auch zum UNESCO Weltnaturerbe.
Wir sehen uns noch den Sonnenuntergang am Muschelstrand an und verbinden dies mit Abendessen.

Auf unserem Campingplatz entdecken wir noch ein Kleinod aus der Nutzungszeit des Muschelsteinbruchs, denn das Toilettenhäuschen ist aus diesem Material gebaut!

Am nächsten Tag begeben wir uns mit besserer Vorbereitung wieder auf die kerzengerade Straße. Ich habe abends noch einen USB Stick mit Musik gebastelt und so ist die Fahrt nicht mehr ganz so langweilig. Wir sehen auch ein paar Emus über die Straße spazieren.

Eine nette Abwechslung zu den bisherigen von Aasgeiern übersäten Kängurukadavern.
Auf dem Weg nach Carnarvon, das uns als letzte Einkaufsbastion empfohlen wurde, gibt es auch noch einen Aussichtspunkt über das weite Land.

Außerhalb der Nationalparks ist hier wirklich einfach nur ein großes Nichts.
In Carnarvon tun wir schließlich das wofür wir hergekommen sind – einkaufen. An der Touristeninformation erhalten wir außerdem eine Karte, sowie Empfehlungen für den Fruit Loop und den langen Steg. Wir beginnen also mit der Rundfahrt durch die Obst- und Gemüseplantagen in der Hoffnung, von den Farmen ein paar Früchte kaufen zu können.

Unsere Hoffnung wird leider schnell enttäuscht, da alle entweder geschlossen haben oder nicht das verkaufen, was wir brauchen. Die Atmosphäre wirkt auch generell nicht sehr einladend, da jede Farm ein abwehrendes Schild draußen hängen hat, das besagt, dass sie keine Arbeit zu vergeben haben. Es wird der Eindruck erweckt, dass man sie bloß in Ruhe lassen soll. Aus Protest sammeln wir ein paar auf den Boden gefallene Mangos ein.

Als nächstes sehen wir uns den eine Meile langen Steg an.

Da wir es aber nicht einsehen für ein Beschreiten des selbigen 5 Dollar zu bezahlen, versuchen wir uns nur am Beginn des Steges an ein paar Kunststücken.

Mit dem Sonnenuntergang im Rücken fahren wir schließlich zu einer Rest Area 90 km hinter Carnarvon, auf der man kostenlos übernachten kann.

Wir lassen unsere Campingstühle über Nacht draußen stehen und am nächsten Tag springt mir daraus diese Spinne entgegen, die vor der inzwischen roten Outbackerde richtig schön zur Geltung kommt.

Nachdem der Schock und das Frühstück verdaut sind, machen wir uns wieder auf den Weg und passieren schon bald den südlichen Wendekreis der Sonne – und das am 20.12.! Also einen Tag vor der Wintersonnenwende, die auf der Südhalbkugel den längsten Tag des Jahres bedeutet, während es in deutschen Gefilden der kürzeste Tag des Jahres ist. Die Sonnen steht auch wirklich fast genau über unseren Köpfen.

Da die Sonne sich auch hinter uns befindet, wenn wir nach Süden sehen, ist es hier mit einer Orientierung an den Himmelsrichtungen nach Sonnenstand gar nicht so einfach!
Ab hier befinden wir uns auch im Termitenland. Kilometerweit gibt es teilweise nichts anderes als diese riesigen Hügel in der Landschaft zu sehen!

Bald erscheint dann auch die Abbiegung nach Coral Bay vor uns und da es nur ein Abstecher von 11 Kilometern bis dorthin ist, lassen wir uns überreden. Und es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Vom weißen Strand kann man sich in das türkisblaue Wasser gleiten lassen und ist sofort mittendrin in der bunten Korallenwelt.

Endlich ist uns das Schnorchelglück hold!

Als uns das Wasser nach ungefähr einer halben Stunde doch zu kalt wird, unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand entlang, einmal um die Ecke und schon liegen paradiesische Abschnitte vor uns.

Das war mal ein richtig toller Abstecher und hochmotiviert setzen wir unsere Reise in Richtung des Cape Range Nationalparkes fort.
Das Tor zum Park bildet die Stadt Exmouth. Hier gibt es nicht viel und die wichtigste Errungenschaft ist der Trinkwasserhahn am Visitor Center. Hier füllen wir unsere Vorräte auf, da es im Park keinerlei Trinkwasser gibt. Wir treffen auch einn Österreicher mit einem babykänguru, der es zum Glück schaffft unseren Wassertank zu öffnen, denn wir verzweifeln daran erneut. Außerdem gibt es hier auch WLAN, wohingegen im Park nicht einmal Handyempfang verfügbar ist.
Einem kleinen Panikanfall vor dem anstehenden Zivilisationsverlust folgend, gehen wir noch einmal alle unsere Vorräte durch und decken uns mit dem Wichtigsten ein – Cider. Danach tauchen wir vollends ein in das Abenteuer Wildnis.

2 Gedanken zu „Von Kalbarri über Coral Bay nach Exmouth – vorbei an Muschelstränden und bunten Korallen

    • Hi Petra,
      der Link zu deinem Artikel über die Stromatholiten ist unter dem Foto des Billabong Roadhouses zu finden 🙂
      Den Rest der Shark Bay haben wir ja leider ausgelassen aber ein Flug klingt nach einer sehr guten Möglichkeit einen guten Überblick zu erhalten!
      LG
      Melanie

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