26 Dez

Von Exmouth zurück nach Perth – schnorchelige Weihnacht und Sandboarden in Lancelin

Nachdem wir uns schmerzlich von der Westküste des Cape Range Nationalparks verabschiedet und unser Paradies in der Wildnis zurück lassen mussten, können wir auf dem Rückweg noch in den östlichen Teil eintauchen. Der Charles Knife Canyon befindet sich nämlich auf der anderen Seite der undurchdringlichen Bergkette und bietet auf der 11 Kilometer langen, nicht durchgängig geteerten Straße tolle Ausblicke!

Auf dem letzten Kilometer zum Lookout haben wir dann doch etwas Angst um unseren Camper, denn es ist der 24.12. und mein Handy hat keinen Empfang. Außer uns ist nur noch ein anderes Auto hier – ein Jeep, der viel besser vorankommt. Eine Reifenpanne wäre also äußerst ungünstig! Vom Lookout aus kann man auch eine längere Wanderung unternehmen, die bestimmt super ist und schöne Aussichten bietet. Aber da wir auch noch das südliche Westaustralien erkunden wollen, machen wir uns lieber auf den Weg zurück nach Perth.

Unser Camper überlebt die Schotterstraße zum Glück unbeschadet und so setzen wir unseren Weg erleichtert fort. Natürlich müssen wir auch auf dem Rückweg unbedingt in Coral Bay anhalten für einen weihnachtlichen Schnorchelgang.

Die Korallen sind immer noch sehr beeindruckend.

Ich halte die farbliche Vielfalt auch in einem Video fest.

Als es uns zu kalt wird, folge ich diesem schicken Fisch ins flachere Gewässer.

Im türkisblauen Wasser lassen wir uns noch etwas treiben, bevor es schließlich wieder zurück auf die Straße geht.

Wir schaffen es bis nach Carnarvon, sammeln noch einmal ein paar Mangos vom Boden entlang des Fruit Loops auf und verspeisen pünktlich um 18 Uhr eine Fusion Variante des traditionell weihnachtlichen Abendessens: Kartoffelsalat und TimTams statt Würstchen.

Unser Quartier für die Nacht schlagen wir schließlich auf einem Rastplatz 90 Kilometer hinter Carnarvon auf und fühlen uns dabei ein bisschen wie Maria und Josef. Dazu versuchen wir noch ein paar Weihnachtslieder im Kanon zu singen.
Am nächsten Morgen gibt es das übliche Frühstück mit Mangoigel auf dem Rastplatz.

An diesem Tag passiert sonst nicht viel und ich beobachte wie der Schatten unseres Flitzers über die rote Erde rauscht.

Wir fahren durch bis nach Billy Goat Bay und Point Louise – unserem liebsten Ende der Welt. Die Weihnachtsmützen sind heute, am 25.12. ständig im Einsatz.

Der Campingplatz Billy Goat Bay an sich existiert leider nicht mehr, bzw. steht dort nun ein Schild, dass Camping verboten ist. Wir müssen also zum benachbarten Campingplatz, Gilligan Island, fahren und 15 Dollar an die Camp Hosts bezahlen.
Unsere Zahlung wird am nächsten Morgen vom Ranger überprüft, der vorbei kommt und uns auch erklärt warum freies Campen hier nicht mehr erlaubt ist. Einige Camper haben wohl trotz Verbot in der Vergangenheit Feuer angezündet und Buschfeuer ausgelöst. Bei denen darf man sich also bedanken, dass kostenlose Campingplätze nach und nach abgeschafft werden.
Wir erkunden ein wenig die 3 Buchten von Green Head auf einem Rundweg.

Anschließend fahren wir weiter nach Sandy Cape. Auf dem Weg nach Norden haben wir uns in der Gegend wegen viel Wind nicht allzu lange aufgehalten aber nun ist es besser. Die Straße nach Sandy Cape weist leichte Ähnlichkeiten zu der im Kalbarri Nationalpark zu Nature’s Window auf, aber wir schaffen es und werden gleich belohnt. Uns erwartet eine lange Bucht mit schönem, weißen Sand

Am Ende des Strandes kann man an ein paar Felsen vorbei zu einem Aussichtspunkt klettern.

Wir sitzen oben ein wenig in der Sonne und beobachten eine Familie beim Fischen und im Sand spielen. Später stapfen wir durch den feinen, weißen Sand wieder zurück.

Zum Baden hat dieser Strand allerdings aufgrund der vielen angeschwemmten Algen nicht wirklich eingeladen. Daher gibt es nochmal einen kleinen Badestop in Jurien Bay. Auch hier ist das Wasser weniger aufgewühlt als auf dem Weg nach Norden und wir hüpfen kurz hinein.

Weiter geht es nach Süden und der nächste Stop ist etwas actionreicher. Wir leihen uns für 20 Dollar und 3 Stunden ein Sandboard an der Tankstelle in Lancelin aus. Im Supermarkt Lucky 7 bekommt man das übrigens für 10 Dollar. Das erfahren wir natürlich erst hinterher aber vielleicht hilft diese Information ja jemand anderem. Wir erhalten eine Wegbeschreibung, biegen um ein paar Ecken und stehen nach einem kleinen Spaziergang mitten in diesem Abenteuerspielplatz.

Hier rasen Motorräder und Autos an einem vorbei und man kann nur hoffen, dass sie auch die Bremse finden. Sofort renne ich die erste Düne hinauf und versuche mein Glück. Nachdem ich ein paar Mal auf die Nase gefallen bin, sieht es doch schon ziemlich routiniert aus.

Gegen Ende falle ich allerdings trotzdem immer noch runter – bis wir ein Video drehen. Da klappt es dann auf magische Weise doch irgendwie oben zu bleiben.

Nachdem wir alle möglichen Variationen ausprobiert haben – sitzend, zu zweit sitzend, stehend, ohne Board rollend, haben wir schließlich genug Sand ins Gesicht bekommen und verabschieden uns vom großen Sandkasten.

Wir waschen den Sand an einer kleinen Stranddusche ab und geben das Board zurück. Weiter geht es nach Süden und wir legen ein kleines Picknick im Yanchep Nationalpark ein. Scheinbar ist dies wirklich ein beliebter Park zum Picknicken, denn es sind viele Familien unterwegs. Leider haben wir keine Zeit um nach Koalas zu suchen, sondern fahren weiter bis nach Perth um uns eine Unterkunft für die Nacht zu suchen.

Wir schaffen es sogar etwas weiter, bis nach Rockingham, aber die beiden dortigen Campingplätze sind entweder bereits geschlossen oder haben keinen Platz mehr frei. Da es bereits dunkel wird und man dann nicht mehr Auto fahren soll, wegen der Kängurus, übernachten wir kurzerhand auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz. Dabei sind wir immerhin nicht die Einzigen und es ist ein guter Ausgangspunkt für unseren weiteren Roadtrip in den Süden von Westaustralien.

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