14 Jan

Über die Inlandsroute zu den Marlborough Sounds – Von Felsstürzen und Fjorden

Nach unserem Aufbruch aus Kaikoura haben wir mindestens 6 Stunden Fahrzeit vor uns. Zuerst geht es ein Stück auf dem Highway 1 zurück nach Süden bis wir vor Peketa die Abbiegung auf die Inland Road nehmen. Hier begrüßt uns ein idyllisches Bergpanorama.


Bis zur nächsten Abbiegung auf den Highway 7 begegnen uns noch einige Baustellen und Erdrutsche, wodurch wir nur langsam voran kommen.

Der Anblick der abgerutschten Vegetation führt uns die Kraft des Erdbebens vor Augen. Kaum zu glauben, dass vor November eine durchgängige Grasdecke mit Bäumen auf diesem Berg zu finden war. Die Überreste davon liegen nun neben der Straße und warten auf ihren Abtransport. An einer Stelle sehen wir eine instabile Brücke, neben der eine neue Behelfsbrücke installiert wurde, über die wir vorsichtig mit unserem Camper hinweg rollen.

Nachdem dies geschafft ist werden die Zeichen des Erdbebens weniger und die Natur zeigt sich in voller Pracht.

Pünktlich an der Abbiegung auf den Highway 65 beginnt es zu regnen und wir verweilen auf dem Parkplatz eine Weile im Auto und starren mit hungrigen Augen den Burger Truck an, vor dem wir geparkt haben. Es nützt nichts – ein Burger muss her und anschließend ziehen wir den Rest der Strecke über die Highways 6 und 63 mit einem kurzen Stop in Murchison durch und erreichen Blenheim gegen Abend. Natürlich hat das Büro des von uns ausgewählten Campingplatzes bereits geschlossen aber wir suchen uns trotzdem einen Stellplatz aus und bezahlen am nächsten Morgen.
Danach steuern wir das Visitor Center an und erhalten Informationen über Wanderungen und eine Karte des Weingebietes. Auf dem Weg nach Picton halten wir also bei einem Weingut an, probieren uns durch 3 Weine und erstehen schließlich eine Flasche des in der Region berühmten Sauvignon Blanc. Wenn man sich schon mal in einem Weinanbaugebiet befindet muss man doch unbedingt die lokalen Spezialitäten probieren!

Leider ist das Wetter heute eher wechselhaft und so fahren wir bei Wind und Regen weiter nach Picton. Dort spionieren wir kurz den Start unserer geplanten Wanderung aus aber bei den Sichtverhältnissen heute erscheint uns die Durchführung nicht sinnvoll. Wir vergammeln den restlichen Tag also in der Nähe einer WLAN Kabine. Mit Spark können wir dort glücklicherweise täglich 1 GB Internet benutzen! Abends stellen wir leider fest, dass alle Plätze auf einem kostenlosen Stellplatz am Straßenrand bereits belegt sind und fahren daher eine etwas weitere Strecke um uns für 8 Dollar auf eine große Wiese zu stellen. Auf dem Weg zur Toilette kommt uns bereits eine Rangerin entgegen und fragt uns ob wir auch brav bezahlt hätten. Aber natürlich! Also nicht vergessen das Papierschnipsel zum Beweis gut sichtbar ins Auto zu hängen!

Am nächsten Morgen begrüßt uns strahlender Sonnenschein – das Warten hat sich also gelohnt! Am Startpunkt unserer Wanderung zum Queen Charlotte Viewpoint können wir bereits diese schöne Aussicht genießen.

Der Weg zum Aussichtspunkt führt die meiste Zeit durch den Wald, sodass die Aussicht am Ende eine kleine Überraschung ist.

Durch diesen Fjord bewegt sich auch die Interislander Fähre zwischen der Süd- und Nordinsel und wir haben sogar das Glück eine davon zu erspähen.

Nun ist es aber Zeit auf die andere Seite zu kommen, zu jenen Bergen auf die wir soeben geblickt haben. Wir fahren dafür auf die Marlborough Sounds und zum Queen Charlotte Track. Dieser ist einer der Great Walks in Neuseeland und eine Begehung kann bis zu 5 Tage dauern. Man kann aber auch mit einem Taxiboot Teile des Weges zurücklegen, z.B. als Tageswanderung. Leider ist das ziemlich teuer und für uns heute auch schon zu spät, sodass wir uns für eine Fahrt entlang des Queen Charlotte Drive entscheiden und vielleicht mal kurz auf den Weg rüber schauen wollen. Allerdings dauert am Ende doch alles länger als gedacht aber wer könnte einer ausgedehnten Picknickpause in dieser Bucht auch widerstehen?

Wir beobachten ein paar Kids dabei wie sie mit Schlauchboot und Hund auf dem Wasser umherfahren und setzen unseren Weg schließlich fort. Von einem höher gelegenen Punkt kann man die faszinierende Farbe des Wassers über die Weite hinweg bewundern!

Einige fleißige Bienchen sind hier auch unterwegs.

Nach unserer Erfahrung vom Vortag kehren wir diesmal lieber etwas früher um, damit wir noch einen Platz auf einem kostenlosen Campingplatz zu ergattern können. Diesmal haben wir Glück und sichern uns einen der drei letzten Parkplätze. Bei einem kurzen Besuch am Wasser laufen wir an einem großen Camper vorbei und treffen ein älteres, deutsches Paar. Die beiden erzählen uns, dass sie mit dem Gefährt seit 12 Jahren auf Reisen sind! Weil sie als Selbständige keine Rentenzahlungen erwarten konnten haben sie immer schon gut gespart und sich diesen Traum erfüllt. Wirklich spannend zu erfahren was alles möglich ist! Sie reisen sehr langsam und bleiben wohl ein paar Wochen auf diesem Platz. Und wer könnte es ihnen verübeln bei der Nähe zum Meer?

Am nächsten Morgen sind wir sehr froh für unsere Wanderung auf gutes Wetter gewartet zu haben, denn die Aussicht von unserem ersten Halt am Cullen Lookout ist beim heutigen schlechteren Wetter nicht einmal halb so gut wie all die gestrigen. (Und Vampire sind auch weit und breit keine zu sehen – die Twilight Referenz musste einfach sein…)

Der nächste Stop an der Pelorus Bridge hat dann schon deutlich mehr zu bieten, denn im Pelorus River wurde eine Szene aus dem zweiten Teil des Hobbit Filmes gedreht. Hier ist die Gruppe um den abenteuerlustigen Hobbit in Weinfässern den Fluss entlang getrieben, nachdem sie von Bilbo aus den Kerkern der Elbenburg befreit wurde. Da Neuseeland DAS Herr der Ringe und Hobbit Land schlechthin ist kann man natürlich inzwischen sogar Touren auf dem Fluss buchen.

Von der Brücke aus können wir diesen Teil des Flusses sehen.

Wir möchten gerne nachvollziehen können warum dies der Liebingsdrehtag von Bombur dem Zwerg war und stürzen uns todesmutig in das eiskalte Wasser!

Das ist sehr erfrischend aber doch eher nicht so lange auszuhalten und nach einer kurzen Aufwärmphase geht es für uns weiter nach Nelson, dem Tor zum Abel Tasman Nationalpark.

2 Gedanken zu „Über die Inlandsroute zu den Marlborough Sounds – Von Felsstürzen und Fjorden

    • Ach wie schade! Ich fand es allerdings auch richtig schwierig einen guten Winkel für ein Foto zu finden und bin bestimmt 3 mal hin und her gelaufen 😀 Der Regen hat bei uns zum Glück erst später angefangen.

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