26 Nov

Sydney – in der großen Stadt

Nachdem wir aus dem Bus von Port Macquarie gestiegen sind, können wir zu Fuß zu unserem Hostel laufen. Dort erhält jeder von uns eine Zimmerkarte, die uns auch Zugang zum Frauen Waschraum verschafft. Ziemlich unpraktisch, denn so kann man morgens im verschlafenen Zustand schon mal im Nirvana gefangen sein. Aus dem Zimmer raus ohne Karte und keine Möglichkeit in den Waschraum zu kommen, in dem Kira mit der rettenden Karte wäre, weil es dort noch eine Zwischentür gibt und sie mein Klopfen nicht hören kann. Im Zimmer schlafen natürlich alle anderen noch und ich möchte sie auch nicht wach klopfen. Zum Glück kann ich irgendwann eine Asiatin abfangen, die mich in den Waschraum lässt. Das passiert mir nicht nochmal!

Nach einer kurzen Einrichtungspause im Zimmer brechen wir wieder auf um die große Stadt zu erkunden. Zuerst holen wir uns die Opal Card in einem 7Eleven für den Nah- und Fernverkehr und testen sie auch gleich um zum touristischen Zentrum der Stadt – dem Circular Quay (gesprochen wie „Key“) zu fahren. Von dort fahren sämtliche Fähren und man ist in der Nähe der Harbour Bridge und des Opernhauses. Zeit also für ein ausgedehntes Fotoshooting.

Hier blühen sogar gerade die Yacaranda Bäume, sodass ein paar der Fotos noch einen Farbklecks bekommen können.

Wenn man weiter in Richtung der Oper geht, kann man sogar Brücke und Oper zusammen fotografieren. Allerdings ist dafür der Panorama Modus nötig.

Da es ziemlich heiß ist, gönnen wir uns ein Eis (Cookies & Cream am Stiel – ein Traum!) und wagen uns weiter vor bis zur Oper. Dort turnen wir etwas auf dem Dach herum und genießen die Aussicht

Schließlich finden wir den Eingang und möchten uns über die angebotenen Touren informieren, da uns eine empfohlen wurde. Die nette Dame an der Kasse empfiehlt uns, diese online zu buchen und so nutzen wir sogleich das kostenlose WLAN dafür aus. Ich buche den Studententarif für Freitag (am nächsten Tag sind wir in den Blue Mountains und für Donnerstag haben wir einen walk geplant) und niemand möchte dazu jemals meinen Studentenausweis sehen.
Anschließend schlendern wir noch ein kleines Stück durch den botanischen Garten und laufen durch die von Hochhäusern gesäumten Shoppingstraßen zurück zum Hostel. Dabei kommen wir noch am Rathaus vorbei, das bereits mit einem Weihnachtsbaum ausgestattet ist.

Nachdem wir den folgenden Tag mit Wandern in den Blue Mountains verbracht haben (siehe separater Beitrag), beginnt der übernächste Tag wieder sportlich. Wir nehmen Bahn und Bus zum Bondi Beach und starten von dort den Walk nach Coogee. Rachel hatte uns diese Richtung empfohlen, denn sie meinte Coogee wäre zum Schluss netter, weil kleiner und nicht so voll. Und tatsächlich ist der Bondi Beach ziemlich touristisch aber eben auch sehr groß und beeindruckend.

Wir begeben uns also von dort auf den Küstenspaziergang und umrunden dabei gefühlt zahllose Buchten.

Die Kraft des Meeres ist immer wieder beeindruckend aber heute kommt sie auch nicht von ungefähr, denn es ist ziemlich stürmisch. So machen weite Strecken des Weges eher weniger Spaß und wir sind trotz der vielen verlockenden Strände nicht wirklich für eine Runde Schwimmen zu begeistern.

Wie die Wellen gegen diesen meeresnahen Pool peitschen ist jedoch wiederum sehr faszinierend.

Auch haben wir das Gefühl in dieser Richtung mehr bergauf zu gehen als es möglicherweise von Coogee nach Bondi der Fall gewesen wäre. Nach einer Umleitung über den Waverley Friedhof aufgrund von Bauarbeiten haben wir es auch fast geschafft. Letzte Ruhe am Meer UND unter Palmen ist noch die Steigerung zum Friedhof in Coffs Harbour und hier liegen auch einige berühmte Persönlichkeiten, wie z.B. die beiden Dichter Henry Lawson und Henry Kendall.

Wegen des Sturmes haben wir beide schon nicht mehr so richtig viel Lust und sind daher froh als der Coogee Beach in unser Sichtfeld rückt.

Wir legen noch ein Picknick auf der Grasfläche ein, weil wir nicht gerne auf dem von Wind aufgepeitschten Sand herum kauen möchten, und fahren schließlich zurück zum Hostel. Heute kommt auch Rachel an und wir gehen später mit ihr noch zum nahe gelegenen Paddys Market, wo es mal wieder ein unschlagbares Angebot für Mangos gibt. Außerdem hat Kira im Internet gelesen, dass es auf der George Street einen Weihnachtsmarkt geben soll und wir gehen ihn suchen. Alles was wir finden ist jedoch dieser futuristische Weihnachtsbaum und auch auf Nachfragen hin weiß niemand etwas von einem Weihnachtsmarkt hier.

Sehr schade aber so zeigt uns Rachel noch den abendlichen Darling Harbour, wo wir Pizza essen und mit Cider auf die Note meiner Master Arbeit anstoßen, die ich an diesem Tag erfahren habe. Von dort ist es zu Fuß nicht weit zurück zu unserem Hostel

Auch den Freitag beginnen wir mit Frühsport. Da die Wäsche morgens etwas länger gebraucht hat, bleibt uns nicht mehr viel Zeit um pünktlich zu unserer Opernführung zu kommen. Wir legen also einen Sprint zur Bahnstation hin und joggen vom Circular Quay zum Opernhaus. Ziemlich außer Atem aber zum Glück rechtzeitig, können wir unsere Tickets abholen und werden von unserer Führerin mit Kopfhörern ausgestattet. Dann geht es auch schon los und wir steigen über Außentreppen zum Balkon der Oper.

Nachdem wir das lila Foyer mit viel einheimischem Holz bestaunt haben, sehen wir im Theatersaal einen Film über den Bau der Oper.

Hierbei lernen wir, dass der Bau des Opernhauses international ausgeschrieben wurde und es 220 Vorschläge gab. Ausgewählt wurde Entwurf Nr. 218 vom dänischen Architekten Jörn Utzon, der jedoch keinen Statiker zur Durchführbarkeit befragt hatte. Daher wurde zuerst 5 Jahre lang eine Plattform gebaut, während man fleißig weiter am Entwurf herum tüftelte. Der Durchbruch kam als dem Architekten einfiel, dass das Ganze am Stabilsten wäre, wenn die einzelnen Segel zusammen gesetzt eine Kugel ergeben. So wurde es dann auch gemacht. Ungünstig war jedoch, dass es während des Baus einen Regierungswechsel gab und die neue Regierung dem Architekten neue Leute vorsetzen wollte und ihm neue Vorschriften machen wollte. Daraufhin verließ dieser das Land und kehrte nie zurück um sein vollendetes Werk zu bestaunen.

Als Nächstes dürfen wir in den großen Konzertsaal hinein. Künstler können diesen für ihre Konzerte mieten und er besitzt vor Allem für Sinfonieorchester eine perfekte Akustik, weil er vollständig aus Holz besteht. Die Orgel ist außerdem die größte in ganz Australien. Weil wir in den Sälen keine Fotos machen dürfen, habe ich hier eine Postkarte abfotografiert.

Um zum letzten Saal zu kommen, müssen wir kurz nach draußen und sehen die vielen Fliesen. Davon wurden 1,5 Millionen benötigt und jede einzelne wurde mit dem Kran angebracht. Während des Baus gab es trotz der schlechten Sicherheitsvorkehrungen keinen einzigen Todesfall.

Im letzten Saal probt gerade das Ballett und wir können die Tänzerinnen beobachten. Der Saal besitzt einen großen Orchestergraben, in den schon die seltsamsten Sachen hinein gefallen sein sollen, unter Anderem eine Tänzerin, die vom Leiter des Orchesters zum Glück schnell wieder nach oben befördert werden konnte. Zum Schutz der Musiker wurde daher nun auch ein Netz über den Graben gespannt.
Die Tour ist hier beendet und wir begeben uns nach einem kurzen Abstecher zur edlen Toilette, in der auch alles wellenförmig ist, wieder nach draußen.

Es ist nun Zeit für Mittagessen und so führe ich Kira in die Welt von Subway ein, da dies eine recht günstige Variante ist uns beide satt zu kriegen. Für Desserts schlendern wir noch über den Markt in „The Rocks“, dem „historischen“ Teil von Sydney, sofern man bei einem keine 300 Jahre alten Land von historisch sprechen kann. Dieser Stadtteil war quasi der Beginn der Besiedlung von Sydney und davon zeugt heute noch das älteste erhaltene Häuschen aus der Kolonialzeit: „Cadmans Cottage“.

Auf dem Markt gibt es leider kein Entkommen vor dem was die Australier als „deutsch“ ansehen. Zwei als Bayern verkleidete Deutsche spielen Musikinstrumente vor dem „Munich Brauhaus“ und singen „muss i denn zum Städtele hinaus“. Immerhin sehen sie aus als hätten sie dabei Spaß!

Nachdem es für mich ein Eis und für Kira einen Cupcake gab, schlendern wir noch durch den botanischen Garten um endlich ein Nichtpanoramafoto von Brücke und Oper gemeinsam mit uns zu schießen.

Der Nachmittag steht weiterhin ganz im Zeichen der Fotografie, denn es geht mit dem Bus gefühlte Ewigkeiten bis zum Dudley Page Reserve, wo wir über der Skyline schaukeln können. Ich finde für das Foto hat es sich doch gelohnt.

Nach dieser Odyssee, die durch geringes Guthaben auf unserer Opal Card spannender wurde als nötig gewesen wäre, benötige ich unbedingt ein Franzbrötchen mit Marzipan von der deutschen Bäckerei neben dem Hauptbahnhof. Und es ist sooo lecker!

Damit verabschieden wir uns auch schon wieder von Sydney, denn am nächsten Tag startet unsere letzte Tour vom Greyhound Buspass: die High Country Tour nach Melbourne.

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