29 Dez

Margaret River Gebiet – über den längsten Steg der südlichen Hemisphäre zu Schlemmereien im Schlaraffenland

Nachdem wir am Vortag von Green Head aus einige Kilometer gefahren sind um bis nach Rockingham zu kommen, lassen wir es heute ruhiger angehen. Wir versorgen uns mit Infomaterial über Rockingham, denn wir wollen zum Ende der Mietzeit noch einmal einen Tag „Urlaub“ hier machen, bevor wir den Camper abgeben. Der erste Unterschied zum Norden der australischen Westküste fällt uns sofort auf als wir fragen wo wir unsere Trinkwasserkanister auffüllen können. Das ist nämlich im Gegensatz zum Norden überall möglich, da hier aus allen Wasserhähnen Trinkwasser kommt. Im Norden wäre das undenkbar! Das macht es uns natürlich deutlich einfacher und so fahren wir weiter nach Bunbury, wo wir von einem scheinbar überraschten Haus begrüßt werden und etwas an der Promenade entlang schlendern.

Eigentlich möchten wir beobachten wie Saltwater Taffy hergestellt wird aber der Süßigkeitenladen bereitet dies nur morgens zu und wir haben es somit verpasst. Probieren dürfen wir trotzdem und das Taffy erinnert mich an MAOAM. Die Macadamia Brittle hingegen sind super lecker!
Bunbury hat außerdem noch einen kostenlosen Aussichtsturm, von dem aus wir den schönen Leuchtturm mit einem etwas anderen Muster bewundern können.

Da auch die in der Bucht wohnhaften Delfine das Discovery Center eher nur vormittags besuchen, fahren wir danach bereits weiter nach Busselton. Hier gibt es den längsten Holzsteg der südlichen Hemisphäre, den man ab 17 Uhr auch kostenlos betreten und entlang spazieren kann.

Alternativ fährt auch eine kleine Bimmelbahn. Wir schlendern ein wenig umher, entscheiden uns für Wedges zum Abendessen und genießen diese mit Blick auf den Steg.

Auch im Sonnenuntergang ist der Steg ein schönes Motiv. Kurz danach brechen wir allerdings auf, denn es wird doch etwas kühl.

Wir haben in der App einen kostenlosen Campingplatz im Wald bei den Mücken gefunden und sind erfreut, dass das Schild eine niedrige Mückenpopulation anzeigt.

Nach einer erfreulich mückenfreien Nacht werden wir im Wald von krächzenden Raben geweckt und entscheiden uns für Frühstück in Busselton mit Blick auf den Steg. Also bereiten wir unsere Müslischalen und Tee vor und machen es uns auf der Kaimauer gemütlich. Anschließend unternehmen wir noch einen kleinen Rundgang durch das Städtchen und lassen uns im Gefängnis einsperren.

Der Zellengang ist noch sehr gut erhalten.

Danach tauchen wir in die Margaret River Region mit ihren zahlreichen Delikatessen ein. Als Erstes fahren wir zu Simmo’s Ice Creamery und treffen eine schwere Entscheidung für 2 von 50 Eissorten.

Man sollte allerdings immer vorher probieren, denn eine der beiden Sorten ist leider etwas enttäuschend.
Nach all der Schlemmerei muss wieder etwas Bewegung folgen und wir fahren zum Cape Naturaliste. Hier gibt es einen Leuchtturm und einige Spazierwege drum herum.

Wandert man zuerst durch dichtes Buschwerk, so zeigt die Vegetation auf der sogenannten „anderen Seite des Mondes“ ein unterschiedliches Bild. .

Ein paar kleine Pinnacles des Südens gibt es hier auch, die auf der Karte großartig angepriesen werden. Natürlich überhaupt kein Vergleich zum Nambung Nationalpark mit der Pinnacles Wüste.

Zur Walsaison ist es hier bestimmt noch schöner, wenn man die großen Riesen im Meer vorbei ziehen sehen kann. Aber leider haben diese ihre Wanderung im Dezember bereits beendet und so treten wir nach einer Weile angestrengten aufs Meer Starrens den Rückweg an. Zum Ende des Weges bekommen wir sogar noch den Leuchtturm zu sehen.

Wir fahren weiter nach Yallingup zum Strand und beobachten von unserem hoch gelegenen Aussichtspunkt ein paar Surfer bei ihrem beeindruckenden Spiel mit den hohen Wellen.

Nach meiner ersten Surfstunde in Byron Bay kann ich ungefähr einschätzen wie kompliziert das ist und würde mich bei diesem Wellengang selbst nicht hinein trauen.
Für eine kleine Klettereinheit fahren wir als Nächstes zu den Canal Rocks. Hier kann man über eine Brücke zu kleinen Inseln aus Stein gelangen, während die Brandung dahinter herein bricht.

Am Parkplatz finde ich noch diese hübsche, zweifarbige Blume.

Schließlich ist es Zeit ein Quartier für die Nacht zu suchen und wir haben Glück, dass es auf dem Conto Campground ein paar Stornierungen gab und wir somit die Nacht zwischen Eukalyptusbäumen verbringen dürfen. Das Rondell, in dem sich unser Stellplatz befindet, besitzt in der Mitte zwei öffentliche Gasgrills und wir testen hier zum ersten Mal wie gut man darauf Gemüse zubereiten kann. Im Topf wird außerdem noch Reis für die nächsten Tage vorgekocht. Diesen brauchen wir auf den allgegenwärtigen öffentlichen Grills nur noch zu erhitzen.

Alles funktioniert erstaunlich gut, obwohl der Grill sich nach 20 Minuten automatisch abschaltet und es etwas länger dauert bis der Reis kocht. Zum Glück werden die Grills jeden Tag vom Personal gereinigt, denn trotz großer Anstrengung und hohem Ppiertuchverbrauch ist es uns nicht gelungen alle Spuren zu beseitigen.

Am nächsten Morgen werden wir vom Schreien und Lachen der Kookaburras geweckt. Wir entscheiden uns für einen weiteren entspannten Tag und buchen noch eine Nacht auf dem Campingplatz.
Der erste Weg führt uns zum Leuchtturm des Cape Leeuwin. Von oben soll man sehen können wie der indische Ozean und das Südpolarmeer zusammen treffen. Es widerstrebt uns allerdings, nur für den Eintritt auf das Gelände des Turmes pro Person 9 Dollar zu zahlen, plus noch zusätzlich circa 20 Dollar für eine Tour, die außerdem erst zwei Stunden später Plätze für uns gehabt hätte. Also suchen wir nach einer Alternative und sehen uns erst einmal das in Salz erstarrte Wasserrad an, welches früher Wasser zum Leuchtturm und seinem Wärter transportiert hat.

Hierher verirren sich schon deutlich weniger Leute, es gibt einen netten kleinen Strand und faszinierende Felsen mit tollen Farben.

Das reicht uns allerdings noch nicht und wir folgen der Skippy Rock Road, die uns zuerst zur Quarry Bay führt. Hier wurde der Kalkstein für den Bau des Leuchtturms abgebaut.

Man kann hier auch schnorcheln aber von anderen erfahren wir, dass es nicht viel zu sehen gibt. Nach dem Cape Range Nationalpark sind wir sowieso viel zu verwöhnt was Vielfalt an bunten Fischen angeht und daher fehlt uns die Motivation für einen Schnorchelgang.
Der weitere Straßenverlauf liefert uns schließlich den erhofften Ausblick auf den Leuchtturm und die beiden Meere von oben – und das völlig gratis! Allerdings kann ich keine verschiedenen Farben in den beiden Meeren erkennen.

Nach der befriedigenden Erkenntnis, dass die schönsten Dinge doch umsonst sein können, kehren wir in die Zivilisation zurück und fahren in die Richtung von Margaret River. Kurz davor gibt es allerdings noch einmal die Chance auf Schlemmereien und wir halten bei „Cookie Galore“. Hier ergattern wir einen köstlichen Thai Red Curry Chicken Pie und diesen leckeren Black Forest Cheesecake.

Danach schlendern wir noch etwas durch Margaret River, obwohl die Dame im Infozentrum uns wieder Attraktionen außerhalb empfiehlt. Dementsprechend wenig gibt es in der Stadt auch zu sehen. Die Region scheint wirklich von ihren Weingütern, Bierbrauereien, Schokoladenmanufakturen und vielem mehr zu leben. Leider sind Wein- und Bierproben beim Auto fahren etwas unpraktisch. Außerdem haben wir selbst für den restlichen Roadtrip noch genug Wein dabei und zum mit nach Hause nehmen ist er doch etwas sperrig. Immerhin haben wir Bier probiert und einen Sixpack Milk Stout gekauft. Da haben die Australier tatsächlich Milch ins Bier gemischt und dann schmeckt das auch noch gut! Wer allerdings genug Zeit, Geld und einen Chauffeur hat, kann es sich hier eine Weile gut gehen lassen. Es gibt auch einige Höhlen zu besichtigen, die bestimmt sehr beeindruckend sind. Wir finden diese allerdings zu teuer und haben auch schon genug tolle Höhlen gesehen auf unseren letzten Trips, z.B. die längste Lavahöhle in Island. Diese Kletterpartie ist so leicht nicht zu toppen!

Wir verabschieden uns also von diesem Schlaraffenland, indem wir den Tag mit einem Milk Stout am Prevelly Beach ausklingen lassen und brechen am nächsten Tag zu den großen Bäumen auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.