27 Okt

Magnetic Island – Über Stock und Stein ins Paradies

Als der Greyhound Bus uns schließlich nach 6 Stunden Fahrt in Townsville ausspuckt, begeben wir uns direkt in das Sea Link Terminal zur Fähre nach Magnetic Island. Die Fährtickets sind bei unserem Buspass inklusive aber da das zugehörige Hostel keinen Platz mehr für uns hatte, mussten wir etwas umplanen und eine kleine Odyssee innerhalb des Terminals auf uns nehmen, um an die Tickets zu kommen. Glücklicherweise ist dafür genug Zeit, sodass wir die nächste Fähre um 15:45 Uhr nehmen können.
Als sich die Insel mit ihren Buchten immer weiter nähert kommt schon ein gutes Urlaubsgefühl auf. Diverse Flyer werben außerdem damit wie entspannt ein Urlaub auf der Insel sein soll.

Wir freuen uns auf Entspannung und nehmen nach unserer Ankunft direkt den Bus zu unserer Unterkunft, dem Koala Bungalow Bay Hostel. Nach einer Weile findet das Mädel an der Rezeption unsere Buchung und wir dürfen unser Bungalow beziehen.
Ich habe in einer Informationsbroschüre gelesen, dass es jeden Mittwoch Abend Krötenrennen mit Kröten aus Zuckerrohrfeldern geben soll. Das klingt so skurril, dass ich es unbedingt sehen möchte. Das Mädel an der Rezeption rät uns um 6 Uhr vor Ort zu sein, sodass wir direkt wieder zum Bus sprinten und nach Arcadia fahren. Dort angekommen erfahren wir, dass das Rennen um 8 Uhr beginnt. Na toll. Was wir mit der Zeit noch alles hätten machen können…
So sehen wir uns erst einmal den Sonnenuntergang am Strand von Geoffrey Bay an.

Als wir so auf den Steinen sitzen und das Meer beobachten entdecke ich plötzlich einen Stachelrochen.

Später werden es immer mehr und sie fallen uns auch auf dem Weg zurück zum Hotel auf. Nach dem Sonnenuntergang ist es ca. 6:30 Uhr, sodass wir immer noch 1,5 Stunden rumkriegen müssen. Kira gibt leider wegen ihrer Erkältung verfrüht auf und nimmt bereits den Bus nach Hause. Ich halte noch bis 8 Uhr durch und sehe mir das Spektakel im Stuhlkreis vor dem Hotel an, über den wir uns vorher bereits gewundert haben. Der berühmte Moderator erscheint, zieht eine Kröte nach der anderen aus einem Beutel und erzählt wo sie herkommt und was sie so kann. Schließlich reicht er sie an seinen Co-Moderator weiter, der ihre Hüpffähigkeiten für die Versteigerung demonstriert.

Die Kröte wird abgesetzt und darf kurz durch die Gegend hüpfen. Je nachdem wie schnell sie hüpft, desto eifriger sind die Gebote aus dem Publikum. Es gibt 8 Kröten zu versteigern und von 5 bis 35 Dollar ist jede Summe dabei. Die Kröte, die das Rennen gewinnt, erhüpft ihrem „Besitzer“ 80 Dollar. Ich möchte eigentlich auch eine ersteigern aber die Summen werden mir zu schnell zu hoch. Nachdem alle Kröten versteigert sind und in einem Käfig in der Mitte sitzen, wird dieser hochgehoben und das Rennen geht los.

Die erste Kröte, welche über die weiße Linie hüpft, hat gewonnen. Das Rennen ist so schnell vorbei, dass ich gar kein weiteres Foto mehr machen kann. Der Gewinner ist die große Kröte mit der gelben Schleife, die ganz zuerst versteigert wurde. Weil die Zeiten für den Bus ziemlich weit auseinander liegen und es nach diesem nur noch ein weiteres Rennen geben wird, begebe auch ich mich auf den Heimweg. National Geographic hat jedenfalls nicht zu viel versprochen, denn das Rennen war definitiv mal ein Erlebnis. Eine meiner Sitznachbarinnen hat jedoch erzählt, dass Schildkrötenrennen noch viel lustiger sein müssen, weil nach dem Startsignal erst einmal nicht viel passiert. Da habe ich also bereits ein nächstes Ziel.
Wieder im Bungalow angekommen entdecke ich auf meinem Weg zum Bad noch ein paar Einheimische.

Ich vermute es sind Possums und trete aber doch lieber den Rückzug an als eines auf mich zu läuft. Es könnte ja schließlich sein, dass es seine Familie vor mir verteidigen möchte.
Beim Bettzeug kommen wir hier das erste Mal in Berührung mit Laken zum Schlafen, statt einem Bezug für eine richtige Bettdecke. Die Decke ist zwar vorhanden, wird dann aber scheinbar nur über das Laken gelegt. Leider fällt mir erst ein, dass ich die Decke benötige, als Kira bereits schläft und ich dadurch mein gesamtes Bett neu bauen muss, weil ich das Laken für das Bettlaken hielt und das Spannbetttuch für den Deckenbezug.

Am nächsten Morgen entscheiden wir uns nach dem Frühstück für den Forts Walk, der uns eine Chance auf Koalas verspricht.

Als erstes begegnen wir allerdings einer tollen Aussicht vom Arthur Bay Lookout.

Auf dem weiteren Weg wird mir bewusst, dass die Hornhaut zwischen meinen Zehen inzwischen scheinbar perfekt ausgeprägt ist, sodass Wanderungen mit Flip Flops absolut kein Problem darstellen. Leider sehen wir keine Koalas und drehen wieder um. Auf dem Rückweg kommen uns zwei Ranger im Jeep entgegen und erklären uns, dass es den Flauschbällen jetzt zu heiß ist und wir abends bessere Chancen hätten. Ergibt irgendwo Sinn, denn uns ist auch heiß aber das hätten wir mal vorher wissen müssen…
Egal, wir begeben uns also zurück zu unserem Bungalow, leihen uns Schnorchel Ausrüstung und laufen zur Horseshoe Bay, dem berühmtesten und längsten Strand von Magnetic Island.

Da ist es schon mal recht schön aber auch direkt neben der Straße. Unser Rezeptionsmädel hat uns einen Walk empfohlen aber da sie mit dem Krötenrennen gestern auch nicht ganz fit war, erfragen wir die Details besser nochmal beim Lifeguard am Strand. Außerdem verunsichert uns das Stinger Schild, sodass wir ihn auch dazu befragen.

Aber alles ist gut und die Stinger Saison beginnt erst in 2 Tagen. Er erklärt uns auch noch einmal den Weg, sodass wir mit Begleitung von Papageiengeschnatter los wandern.

Zu Beginn geht es noch durch flachen Sand und steigt aber recht bald an über Stock und Stein und mehrere Stufen. Auch hier kommen wieder die Flip Flops zum Einsatz und sind vollkommen ausreichend.

Natürlich haben wir uns genau die Mittagshitze für unsere Wanderung ausgesucht, sodass das Ganze anstregender wird als für uns beide nötig gewesen wäre.
Nach ungefähr einer dreiviertel Stunde strapaziösen Auf- und Abs erreichen wir schließlich die Radical Bay. Hier kann man wirklich von einem echten Paradies sprechen und es sind auch kaum Menschen hier.

Ich nutze die günstige Gelegenheit um einmal die Funktion des 360 Grad Panoramas meiner Kamera auszuprobieren und finde es lohnt sich.

Natürlich darf auch das obligatorische Serienbild nicht fehlen.

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Nachdem wir hier alle Kamerafunktionen ausprobiert haben, geht es noch weiter zur Florence Bay. Dieser Weg ist zum Glück nicht mehr steinig und schwer, sondern geht an der Straße entlang. Hätten wir uns ein Auto gemietet, so wie diese Herrschaften, hätten wir die Straße auch entlang fahren können.

Jedoch braucht man hierfür angesichts der riesigen Schlaglöcher wohl doch eher einen 4×4 Geländewagen und das war uns einfach zu teuer.

Nach circa 20 Minuten erreichen wir Florence Bay, eine weitere paradiesische Bucht.

Wir beobachten drei Schnorchler auf dem Weg ins Wasser und lachen über zwei davon, die rückwärts gehen, weil sie ihre Flossen bereits angezogen haben. Selbst können wir uns aber nicht so recht zum Schnorcheln aufraffen, weil das Wasser eher unruhig und die Felsen unter Wasser scharfkantig aussehen. So freuen wir uns auf den Schnorchel Trail in der Arthur Bay, auf dem man sogar ein Schiffswrack sehen soll. Leider kommt aber alles ganz anders. Wir folgen der Straße auf dem weiteren Weg nach Arthur Bay und kommen auch an einem Aussichtspunkt vorbei, von dem wir die Bucht bereits sehen können.

Der Weg zur Arthur Bay ist allerdings nicht, wie die Wege zu den anderen Buchten, mit einem Parkplatz ausgestattet und schön beschrieben, sondern es führen diverse Trampelpfade in den Busch und man müsste ein relativ stehendes Gewässer überqueren. Natürlich gibt es hier keine Krokodile (viel zu salzig, wie wir gelernt haben) aber das ist uns dann doch nicht ganz geheuer. Da wir leider auch keinen Weg außen herum finden, kehren wir lieber zur Straße zurück. Diese führt im weiteren Verlauf wieder zum Forts Parkplatz und von dort können wir den Bus in unser Bungalow nehmen. An diesem Tag sind wir laut Kiras Schrittzähler 15.000 Schritte gelaufen.

Der nächste Tag ist unser Abreisetag von Magnetic Island. Zu welcher Uhrzeit wir die Fähre nehmen ist allerdings egal, sodass wir vor der Abfahrt noch die Rock Wallabies füttern wollen. Wir nehmen also ein unterhaltsames Frühstück mit diversen Papageienattacken zu uns (ein Mädel gab einem mutigen Exemplar Toast und daraufhin wurden es immer mehr mutige und freche Papageien, sodass sie es schließlich vorzog drinnen zu essen). Meine Banane hingegen wird nicht so freudig aufgenommen wie ihr Toast. Ist vermutlich zu gesund.

Anschließend machen wir uns mit all unserem Gepäck im Bus mal wieder auf den Weg nach Arcadia, wo wir dieses zum Glück bei der nettem Rezeptionsdame im Motel lassen können. Wieder ein Beispiel für nette Australier, denn weil wir da gar nicht wohnen, wäre sie auch nicht dazu verpflichtet uns zu helfen. Aber sie tut es trotzdem. Wir können nun also ohne größeren Ballast zum Newsagent Stand laufen und kaufen dort Futter für die Wallabies, welches wir zusammen mit einer Wegbeschreibung erhalten. Die Tiere wohnen nämlich nicht, wie von mir fälschlicherweise angenommen, am Strand, sondern am Ende einer Straße in den Steinen. Dort gehen wir also hin und finden auch sogleich was wir suchen.

Wallabies sind auch Beuteltiere und tragen ihren Nachwuchs einige Zeit im Beutel umher, so wie diese Mutter. Ein kleines ist schon eigenständig unterwegs und klammert sich beim Füttern sehr niedlich an meiner Hand fest, als wollte es sagen „jetzt nicht wegziehen, ich brauch noch ein bisschen Zeit“.

So verbringen wir einige Zeit mit den Wallabies, bis das Futter schließlich aufgefuttert ist.

Wir verabschieden uns von dieser paradiesischen Insel mit einem letzten Hüpffoto und begeben uns schließlich mit dem Bus zur Fähre.

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