18 Dez

Kalbarri Nationalpark – rote Klippen und weites Land

Hinter Geraldton führt der Highway durch das unspektakuläre Northampton, wo wir den Abzweig zum Kalbarri Nationalpark nehmen. Wir fahren vorbei am pinken See, Hutt Lagoon, aber sind zu früh, denn scheinbar entwickelt dieser seine pinke Farbe erst im Sonnenuntergangslicht. Von der Straße aus sieht er jedenfalls nicht sonderlich pink aus und wir halten gar nicht erst an. Dass wir einfach nur die korrekte Haltebucht verpassen, muss an dieser Stelle ja nicht erwähnt werden.
Zum Sonnenuntergang erreichen wir schließlich die ersten Ausläufer des Nationalparks und biegen einfach mal nach Pot Alley ab. Am Parkplatz ist es richtig windig aber der Weg hinab in die Schlucht und zum Strand ist etwas geschützt. Unten angekommen verpasst uns der Sand jedoch ein stürmisches Peeling aber die Schönheit der Umgebung lässt uns die Zähne zusammen beißen.

Das Wasser ist allerdings sehr unruhig und lädt nicht zum schwimmen ein. So turnen wir noch ein wenig auf den Steinen herum und proben Kunststücke auf dieser natürlichen Brücke.

Bei diesem Foto wird meiner Mutter leider ihre Sonnenbrille davon geweht und verschwindet in den Tiefen des Meeres. Davon eingeschüchtert begeben wir uns lieber wieder zurück zum Auto und fahren zum reservierten Campingplatz. Heute gönnen wir uns mal eine richtige Küche und eine Dusche.

Am nächsten Tag stehen wir nicht allzu spät auf, weil wir die Fütterung der Pelikane beobachten möchten. Diese findet täglich 8:45 Uhr im Ort Kalbarri statt. Zwei Freiwillige verteilen Fische an die Umstehenden, welche diese dann den bereit stehenden Vögeln zuwerfen.

Auch die ein oder andere Möwe kann hier mal unter die Schnäbel kommen, wenn sie nicht aufpasst. Ein unvorsichtiges Exemplar wird fast gevierteilt und verzieht sich anschließend erschrocken in Richtung Meer. Wenn wir bisher gedacht haben ein Hundeblick wäre unwiderstehlich, so lernen wir hier eine neue, kraftvollere Form des selbigen kennen. Ein bettelnder Pelikan!

Nachdem die Fütterung beendet ist, fahren wir zum südlichsten Ende des Nationalparks, der Natural Bridge und Island Rock. Hier hat man eine gute Aussicht auf die Küstenlinie.

Die Brücke bei Pot Alley gestern war jedoch spektakulärer.
Als Nächstes geht es zum Eagle Gorge, einer Schlucht, die man zum Strand hinunter wandern kann.

Der Weg hinab ist nicht ganz einfach aber wir meisten ihn trotzdem nur in Flip Flops!

Unten angekommen kann man zum Beispiel in einem der Felsenpools entspannen, wenn man keine Angst vor zwickenden Krebsen und hin und wieder hereinkommender Brandung hat.

Schließlich können wir uns aber doch losreißen und ziehen für die nächste Wanderung zum Mushroom Rock (Pilzfelsen) passenderes Schuhwerk an. Es stellt sich jedoch heraus, dass diese Wanderung viel einfacher ist als der Abstieg in die Schlucht und Flip Flops es letztendlich doch getan hätten. Dabei kommen wir an wundersamen Felsformationen vorbei, wie zum Beispiel diesen prähistorischen Wurmlöchern.

Diese an Orgelpfeifen erinnernden Gebilde im Stein sind die Wohnhöhlen von uralten wurmähnlichen Organismen, die Skolithos genannt werden. Die Höhlee wurden von den Würmern zum Fressen genutzt und dienten auch als Zufluchtsort vor den Wellen.
Nach der Hälfte des Rundweges erreichen wir das Highlight der Wanderung, den Pilzfelsen. Er ist unerwartet klein und bestand aus unterschiedlich hartem Kalkstein, der von den Wellen in dieser Form ausgewaschen wurde.

Auf unserer weiteren Wanderung sind wir immer wieder von den verschiedenen Rottönen und Mustern der Steine beeindruckt.

Der nächste Halt ist am Red Bluff, wo man auch wieder zu einem Strand hinunter gehen kann. Hier wäre rückblickend festes Schuhwerk angebracht gewesen aber natürlich gehen wir in Flip Flops. Eigentlich möchten wir hier gerne schnorcheln aber das Wasser ist uns dann doch zu unruhig und so kühlen wir uns nur kurz ab. Das Schnorchelglück ist uns auf dem gesamten Roadtrip bisher nicht hold gewesen. Beim Rückweg nach oben halten wir noch kurz am Aussichtspunkt und staunen über die roten Klippen an der langen Küste.

Als wir weiter fahren fühlen wir uns ein wenig an der Nase herum geführt, denn man kann auch mit dem Auto zu dem Strand fahren, den wir uns soeben erwandert haben. Wir nutzen die Gelegenheit aber für ein Fotoshooting mit Camper.

Danach legen wir eine kleine Pause am Chinaman Beach in Kalbarri ein aber gehen auch dort nicht ins Wasser, weil es inzwischen etwas kühler geworden ist. Zum Sonnenuntergang begeben wir uns voller Hoffnung auf sanft beschienene, rote Klippen zurück zum Red Bluff. Leider werden wir hier jedoch enttäuscht, weil die Sonne nicht genug Kraft hat um bis zu den Klippen zu scheinen.

So fahren wir wieder zu unserem Campingplatz und kochen unser Abendessen, während wir dabei eine Reisegruppe ebenfalls bei der Nahrungszubereitung beobachten. Vom Reiseleiter bekommen wir noch ein paar Tipps. Wir haben nämlich ein bisschen Glück im Unglück: auf der Straße zu Nature’s Window und dem Z-Bend wird gerade gebaut aber Nature’s Window ist genau an diesem Wochenende geöffnet und wir können hin. Den Z-Bend hingegen sehen wir leider nicht und auch die Reisegruppe kann nur mit Eskorte hinein.
Weil wir im Informationszentrum erfahren haben, dass Nature’s Window in Richtung des Sonnenaufgangs ausgerichtet ist, stehen wir am nächsten Tag sehr früh auf um rechtzeitig dort zu sein. Als wir im Dunklen auf die Straße einbiegen und einige Kängurus vor uns davon hüpfen, frage ich mich, ob das so eine gute Idee war. Äußerst vorsichtig setzen wir unseren Weg fort und biegen schließlich auf die Straße zu Nature’s Window ein. Diese ist stellenweise richtig holprig und besteht aus so tiefem Sand, dass man schon ordentlich am Lenkrad rütteln muss um sich hindurch zu buddeln. Aber wir schaffen es und stehen schließlich pünktlich vor dem Fenster zur Natur. Leider spielen die Wolken nicht ganz mit und verdecken die aufgehende Sonne komplett. Sie zeigt sich erst spät und ist für ein Foto durch das Fenster dann auch eigentlich schon zu hell. Egal, die Felsformation macht trotzdem gut was her.

Auch wäre es hier möglich einen sehr abenteuerlich anmutenden, 8 Kilometer langen Wanderweg zu begehen, den wir leider aufgrund der temporären Gehbehinderung meiner Mutter auslassen müssen. Aber ein Stück weit sehen wir ihn uns doch an, denn gleich zu Beginn hat man hier einen wunderschönen Blick auf diese idyllische Biegung des Murchison Rivers.

Auf dem Rückweg zum Auto fällt uns noch dieser standhafte, einsame Baum inmitten der roten Felsen auf.

Nach dieser Frühaufsteherei gibt es erst einmal Frühstück am Parkplatz und eine kurze Schlafpause. Mit neuer Kraft geht es weiter zum West Loop Aussichtspunkt ein paar Meter weiter. Von hier hat man einen erstaunlichen Blick über weites Land. Fehlen nur noch die Giraffen und Elefanten!

Als wir die sandige Straße wieder zurück fahren und sie somit erstmalig bei Tageslicht sehen, entdecken wir, dass es hier scheinbar ein Buschfeuer gab. Inmitten der schwarz verbrannten Bäume bildet sich bereits neues, grünes Pflanzenleben.

Auch entlang der Hauptstraße ist das Feuer erkennbar. Da nur eine Straßenseite betroffen ist, scheint es ein planmäßiges Feuer gewesen zu sein, das unter Aufsicht der Ranger gelegt wurde. Alle paar Jahre ist dies schließlich nötig, wie ich auf Fraser Island gelernt habe.

Der Weg führt uns zum Hawkes Head Aussichtspunkt, von dem wir bereits den Fluss erkennen können, in dem man angeblich baden können soll.

Vom Ross Graham Lookout aus kann man schließlich hinab steigen, vorbei an zahlreichen roten Felsen mit den wildesten Farbmustern.

Der Weg verläuft um einiges weiter rechts des Flussteiles, den wir von oben gesehen haben und es kommt, wie es kommen muss – der Fluss ist an der zugänglichen Stelle ausgetrocknet.

Das war es also mit baden gehen und leicht enttäuscht steigen wir wieder nach oben. Immerhin sehen wir noch eine schicke Echse.

Wir widerstehen der Versuchung einen scheinbar pflückfertigen Blumenstrauß in Form eines Wildblumenstrauches mitzunehmen und verlassen den Park schließlich in Richtung Norden.

Ein Gedanke zu „Kalbarri Nationalpark – rote Klippen und weites Land

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