18 Jan

Im Norden der Südinsel – kaltes klares Wasser und Robben am Strand

Nach der langen Wanderung vom Vortag lassen wir den nächsten Tag entspannt angehen mit einem ausgedehnten Frühstück am Strand in Kaiteriteri. Weiter geht es anschließend nach Takaka, wo wir uns im Visitor Center mit einer Karte der Umgebung ausstatten und so den Weg zu den Te Waikoropupu Spring oder kurz Pupu Springs finden. Hier quillt mit 10 Kubikmetern pro Sekunde das klarste Quellwasser der südlichen Hemisphäre aus dem Boden!


Das ständige Blubbern ist sogar gut wahrnehmbar und es gibt weiterhin einen kleinen Rundweg.

Während der Weiterfahrt kommen wir zufällig an einem Campingplatz vorbei und fragen mal an ob wir die Nacht dort verbringen können. Das klappt glücklicherweise und so haben wir unser Plätzchen mit Zugang zu diesem wundervollen Strand.

Nachdem unser Schlafplatz gesichert ist können wir entspannt den Rest des Nordens erkunden und wagen uns zum nördlichsten Zipfel, dem Farewell Spit. Hierbei handelt es sich um einen 4 km langen Strand am nordöstlichsten Teil der Südinsel, der zu großen Teilen ein Naturschutzgebiet ist.

Der zu erkundende Bereich ist daher relativ klein und da gerade Ebbe herrscht, können wir uns die dadurch freigelegten bis zu 80 km² Wattfläche sehr bildhaft vorstellen. Eine super Nahrungsquelle für zum Beispiel diese schwarzen Schwäne.

Leider ist dieser flache Bereich auch eine Gefahr für Wale und tatsächlich sollte sich dort ca. einen Monat nach meinem Besuch mit 419 gestrandeten Walen das größte Massensterben der Geschichte Neuseelands ereignen. Sehr traurig!
Unser Weg führt uns weiter zum nördlichsten Punkt der Südinsel – dem Cape Farewell. So benannt von James Cook im Jahr 1770, weil es die letzte Landfläche war, die er vor seiner Rückkehr nach England sehen sollte.

Mich beeindrucken hier besonders die Bäume und Sträucher, die unter den widrigsten Umständen an der kargen Felswand wachsen.

Wir beobachten wie ein paar Robben in den Wellen spielen und fahren schließlich weiter zum absoluten Highlight des Tages – dem Wharariki Beach. Schon auf dem Weg dorthin beginnt der nahende Sonnenuntergang die Farben der Landschaft in ihrem besten Licht zu zeigen.

Dann plötzlich taucht er vor uns auf, dieser magische Ort.

Der Wind und das Meer haben hier interessante und überraschend stabile Formationen auf dem Boden gebildet, die sich über große Teile des Strandes ausbreiten.

Weiter unten angekommen bläst der Wind uns den Sand nur so entgegen, dass die Körner gegen unsere Klamotten prasseln, zum Glück jedoch nur im unteren Bereich.

Und da sind sie schließlich, die berühmten Felsen dieses Strandes, an denen sich die starken Wellen brechen.

Am Felsen daneben überleben wir eine tolle berraschung als plötzlich zwei große Robben auf uns zugestürmt kommen und sich in das Wasser stürzen!

Den Minirobbennachwuchs können wir am Felsen dann auch entdecken – hier wohnt also eine ganze Robbenfamilie <3

Alle Krabbelversuche stehen natürlich unter ständiger Beobachtung der Eltern.

Als das Wasser uns dort durch die Flut langsam zu nahe kommt ziehen wir uns zurück und beobachten den wundervollen Sonnenuntergang.

Im schwindenden Licht begeben wir uns schließlich auf den Rückweg und fahren zu unserem reservierten Campingplatz.

Am nächsten Morgen erfahren wir dort von einer drohenden sogenannten „Wetterbombe“. Es drohen Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutsche und weitere unschöne Dinge. Da es die Westseite der Südinsel besonders stark treffen soll beschließen wir das Spektakel in Takaka auf der Ostseite abzuwarten. An diesem Tag herrscht jedoch noch strahlender Sonnenschein und so unternehmen wir eine kleine Wanderung zum Wainui Wasserfall auf dem Weg nach Totaranui.

Der Wasserfall ist wunderschön und man kann dort theoretisch auch baden aber der Abstieg in den Pool sieht uns etwas zu gefährlich aus.

Dafür finden wir auf dem Rückweg eine schöne Stelle am Fluss und tauchen tatsächlich in das gefühlt circa 10 Grad kalte Wasser ab.

Danach machen wir uns auf den Rückweg in die Stadt und verbringen die Nacht an einem kostenlosen Campingplatz neben dem Fluss, der von den Te Pupu Springs kommt. So klares Wasser hat man an einem Campingplatz wirklich selten!
Am nächsten Morgen wird uns jedoch mitgeteilt, dass dieser Campingplatz während der Wetterbombe aufgrund von Überschwemmungsgefahr gesperrt wird. Wir begeben uns also auf die Suche nach einem Ort, an dem wir das Unwetter abwarten können. In der Touristen Information wird uns erlaubt auf deren Parkplatz zu bleiben und die nette Mitarbeiterin bietet uns sogar an uns im Notfall in ihre Einfahrt zu stellen! Wir finden dann jedoch einen Parkplatz neben einer pinken Spark Telefonzelle, sodass wir unser tägliches 1 GB WLAN vom Camper aus nutzen können und im Regen gar nicht rausgehen müssen. Wir verbringen den Tag also damit und sehen uns außerdem im Kino LaLaLand an. Als wir davon zurückkehren regnet es schon ziemlich eklig und es wird eine unruhige Nacht. Glücklicherweise bleiben wir von Schlimmerem verschont, wie man bei unserer Weiterfahrt an der Westküste schließlich erkennen kann…

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