08 Jan

Flug und Banks Peninsula – Neue Abenteuer in Neuseeland

Nachdem mir Australien noch nicht abgelegen genug war, ist es nun an der Zeit Neuseeland zu erkunden. Dorthin komme ich in zwei Etappen: zuerst der Flug von Perth nach Melbourne mit 3 Stunden und anschließend ein weiterer 3-stündiger Flug von Melbourne nach Christchurch. Im Januar soll das Wetter schon sommerlich sein, sodass wir uns trauen mit der Südinsel zu beginnen. Beide Flüge sind über Nacht, sodass es eigentlich sinnvoll wäre zu schlafen. Beim ersten Flug bin ich allerdings vom vorangegangenen Abschied noch etwas traurig und lasse mich daher gern von meinem Sitznachbarn in ein Gespräch verwickeln. Das passiert mir beim zweiten Flug hingegen nicht und ich schaffe es tatsächlich circa 2 Stunden zu schlafen.
Bei meiner Landung in Christchurch ist es ungefähr 5 Uhr morgens und der Sonnenaufgang lässt noch etwas auf sich warten.

Auf meiner incoming passenger card habe ich vorsichtshalber bei fast allen Kategorien „ja“ angekreuzt, denn eine Strafzahlung möchte ich gerne vermeiden. So beantworte ich also ein paar Fragen zum Inhalt meines Gepäcks, zeige kurz meine sauberen Wanderschuhe, die ich zum Flug natürlich angezogen habe, und kann zum Gepäck Scan durchmarschieren. Die flauschigen Spürhunde sind überall und schnuppern auch kurz an mir und meinem Gepäck aber Streicheleinheiten müssen leider ausbleiben.

Ich erhalte ohne Probleme einen schicken Stempel in meinen Pass und darf den Sicherheitsbereich des Flughafens verlassen. Ich mache mich kurz frisch, kaufe eine SIM Karte von Spark mit 3 GB Datenvolumen und warte darauf mit meinen Reisepartnerinnen Helena und Michèle unseren Camper abholen zu können. Als ich schließlich Lebenszeichen von den beiden empfange, mache ich mich auf den Weg zu ihrem Hostel. Draußen ist es für meinen Geschmack allerdings viel zu kalt! Ich dachte das wäre hier Sommer! Aber wenn man aus dem sonnenverwöhnten Westaustralien von ungefähr 30 Grad zu knappen 15 nach Christchurch kommt ist das ein gewaltiger Unterschied! Trotzdem schaffe ich den Weg zum Hostel und vom Koffer ziehen wird mir auch etwas warm. Zu dritt beschnuppern wir uns während eines ersten gemeinsamen Frühstücks im Café um die Ecke. Schließlich müssen wir die nächsten 4 Wochen zusammen auf relativ engem Raum verbringen ohne uns vorher richtig kennengelernt zu haben – das wird spannend! Wir haben uns über Facebook gefunden und nach ein paar Skype Gespächen beschlossen uns auf das gemeinsame Abenteuer einzulassen.
Mit dem Taxi fahren wir schließlich zu Escape Rentals, sehen ein mehr oder weniger informatives Video über den neuseeländischen Straßenverkehr und bekommen die Schlüssel für unser Riesenbaby in die Hand gedrückt. Nachdem ich in Australien vo unserem „Hippie Hitop“ verwöhnt bin, ist unser „Shrekthor“ ohne eingebauten Wassertank, mit Kühlbox statt Kühlschrank und nur einer portablen Gasherdplatte eine kleine Enttäuschung und das Muster begeistert uns leider auch nicht. Egal, da müssen wir jetzt durch und steuern zuerst den nächstgelegenen Countdown an, was dem australischen Woolworth Supermarkt entspricht. Hier ziehen wir plündernd durch die Regale und haben anschließend Spaß unseren Großeinkauf von 230 NZD (=144 €) im Camper zu verstauen.

Als wir diese Aufgabe gemeistert haben, ist es Zeit für ein mittägliches Picknick und unser Ziel hierfür heißt: raus aus der Stadt! Wir cruisen also los in Richtung Akaroa auf der Banks Peninsula und Michèle hat als Fahrerin die glückliche Eingebung in eine steil zum Ufer hinabführende Straße einzubiegen. Dort erwartet uns die Governor’s Bay mit einem hervorragenden Ausblick und einem perfekt gelegenen Picknicktisch. Hier lassen wir es uns eine Weile gut gehen und dezimieren unsere frisch angeschafften Vorräte. Faszinierend, dass man nach nur so geringer Fahrzeit aus der Stadt hinaus in dieser wuderschönen Natur sitzen kann!

Nachdem fast alle Brötchen aufgefuttert sind können wir uns doch von unserem schönen Picknickplatz trennen und cruisen weiter über die Halbinsel. Wir kommen jedoch nur langsam voran, da die Straße bergig ist und wir oft anhalten um Fotos von der wunderbaren Aussicht und der unglaublichen Farbe des Wassers zu knipsen.

Der von uns angepeilte kostenlose Campingplatz aus der App Campermate ist leider seit Kurzem nicht mehr verfügbar und so entscheiden wir uns für die nächstgelegene Alternative. Im Regen laufen wir kreuz und quer über den Platz um das Büro für die Anmeldung zu finden und haben schließlich Erfolg. Glücklicherweise öffnet sich unsere Heckklappe über der Küche, sodass wir trotz Regen im Trockenen unseren Couscous Salat zubereiten können. Ein besonderer Spaß wird es im Regen zur Abendtoilette über den überfluteten Campingplatz zu hüpfen und im Camper von innen durch das Fenster zu greifen um die Tür von außen zu öffnen, da sie sich von innen aus unergründlichen Gründen nicht öffnen lässt. Nachts wird es zu dritt nebeneinander etwas kuschelig aber dafür immerhin schön warm.

Den nächsten Morgen beginnen wir entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück aus Porridge mit Obst und Nüssen an der Küste.

Die anschießende Fahrt nach Akaroa ist weiterhin von schönen Ausblicken geprägt.

Unser Camper ist damit leider nicht wirklich gemeint.

Der Ort Akaroa an sich ist für einen Zwischenstopp ganz nett aber die Touren zum Schwimmen mit Delfinen sind teuer, ausgebucht und dafür wäre es auch zu kalt. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt fahren wir also weiter und erkunden die Buchten der Banks Peninsula entlang der Summit Road. Die erste Bucht, zu der wir abbiegen ist die Le Bons Bay. Hier unternehmen wir einen kleinen Strandspaziergang, bei dem wir den Strand ganz für uns allein haben.

Der Weg führt uns wieder zurück zur Hauptstraße, wo wir weitere Stopps für die Fotojagd einlegen. In Australien hätte ich mich zum Beispiel nicht so einfach ins hohe Gras getraut aber auf Neuseeland gibt es keine Schlangen. Ein großer Vorteil!

Weiterhin haben wir immer wieder den Ausblick auf die Bucht, an der wir auch gefrühstückt haben und können so nachverfolgen wie weit wir gekommen sind.

In der Okains Bay legen wir ein kleines Picknick ein. Aufgrund des späten Frühstücks war ein Mittagessen bisher nicht notwendig. Ich finde es sehr angenehm, dass wir uns ein bisschen treiben lassen und nicht hetzen, weil wir zu einer bestimmten Zeit irgendwo sein müssen. Die ersten Tage sind enfach dafür gedacht unseren Rhythmus zu finden und ein bisschen zu entspannen. Da ich zwischen Australien und Neuseeland keine Pause eingeplant habe ist mir das sehr recht.

Anschließend ist es bereits Zeit für die Suche nach einem Campingplatz und wir entscheiden uns für die nahe gelegene Pigeons Bay. Hier muss man an der unbemannten Registrierstation einen Zettel ausfüllen, einen Teil davon am Auto anbringen und Geld ein einem Umschlag in einen Behälter werfen. Wir finden einen schönen Stellplatz für unseren Camper und hier kann man auch die zweite Seite des Musters erkennen.

Die Nacht ist wieder verregnet und der nächste Morgen beginnt abermals mit einem dekadenten Porridge Frühstück und Meerblick. Wir verfolgen weiterhin die Summit Road und kommen zu einer weiteren malerischen Bucht mit langem Steg.

Danach gilt es sich von der Banks Peninsula zu verabschieden, denn wir treten den Rückweg nach Christchurch an. Wir haben einen groben Plan für den weiteren Ablauf des Roadtrips entworfen und die Halbinsel außerdem einmal umrundet. Ich hätte nicht gedacht, dass Neuseeland nur 20 Fahrminuten außerhalb der Stadt bereits so schöne Landschaften zu bieten hat!

Vom Pass aus begrüßt uns Christchurch bereits mit seinen vielen Häuschen aber gleichzeitig malerischem Vorder- und Hintergrund, sodass wir gespannt sind was Neuseeland uns dahinter noch zu bieten hat…

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