23 Dez

Cape Range Nationalpark – Paradies in der Wildnis

Um in den Cape Range Nationalpark zu kommen, muss man von Exmouth aus den nordwestlichen Zipfel des australischen Festlandes wegen einer unpassierbaren Bergkette einmal umrunden. Dabei findet man im Norden den Leuchtturm von Vlamingh Head. Von hier hat man einen weiten Blick in Richtung Norden entlang des Strandes.


Auch in Richtung Süden ist der Strand sehr lang, nämlich ungefähr 60 Kilometer. Es gibt zwar hier und dort kleinere felsige Unterbrechungen aber so lang ist jedenfalls der ohne Allradantrieb befahrbare Teil des Parks. Da es bereits nachmittags ist als wir im Park ankommen, sind wir eigentlich nur noch auf der Suche nach einem Campingplatz.

Aus einem Blogbeitrag habe ich mir die Empfehlung für den Platz Pilgramunna gemerkt und so fahren wir zuerst dorthin. Leider begrüßen uns dort eine unpassierbare Wasserpfütze und dieses Schild.

Seit einem Zyklon im April 2014 ist dies hier kein Campingplatz mehr und somit haben die Kängurus die Herrschaft übernommen.

Sie sind uns schon bei der Fahrt durch den Park aufgefallen, als sie sich von unserem vorbeifahrenden Auto gar nicht haben stören lassen, obwohl viele von ihnen direkt am Straßenrand standen. Und so ist auch dieses Exemplar relativ lange entspannt, bis es schließlich doch davon hüpft als wir es am Wasser besuchen gehen wollen.
Ein alternativer Campingplatz muss also her und so versuchen wir es bei der nächstgelegenen Alternative Kurrajong. Dieser wurde scheinbar vom Zyklon verschont und so können wir uns eine schöne Parkbucht mit nahe gelegenem Strandzugang aussuchen. Der muss natürlich sofort getestet werden und präsentiert sich folgendermaßen.


Dafür lohnt sich doch die Überquerung der davor gelegenen Sanddüne! Wir kochen noch und setzen uns für den Sonnenuntergang mit unserem Essen wieder an den Strand. Als es dunkel wird können wir mehrere Krabben bei ihrem Weg am Strand entlang beobachten.

Auch als wir nachts noch einmal für Sternenfotos kurz das Auto verlassen, haben wir Besuch von einer Krabbe bekommen. Leider werden die Fotos nicht sehr gut.
Am nächsten Tag ist erst einmal Urlaub angesagt und so nehmen wir bereits vor dem Frühstück ein morgendliches Bad im Meer und lassen uns vormittags viel Zeit bevor wir die erste Wanderung im Park unternehmen. Dafür fahren wir an das Ende der für uns befahrbaren Straße – zum Yardie Creek Gorge.

Auf dem Fluss kann man auch einmal täglich eine Bootsfahrt unternehmen aber wir entscheiden uns trotz der Hitze für die kurze Wanderung. Obwohl wir aufgrund der Temperaturen kein schnelles tempo vorlegen, können wir schon bald diese Aussicht auf den Fluss genießen.

Etwas weiter hinten zeigt er uns auch noch diese malerische Biegung.

Schneller als erwartet sind wir wieder zurück und gönnen uns daher noch ein kleines Nickerchen mit Vogelbegleitung am Campingplatz des Yardie Creek.

Als Nächstes möchten wir an den Oyster Stacks schnorcheln gehen und das ist nur bei Flut möglich, die zur Zeit nachmittags eintritt. Pünktlich trudeln wir also dort ein und es sind schon einige Leute im Wasser. Das Wasser ist relativ unruhig aber wir erhalten einen Tipp für eine günstige Einstiegsstelle und sobald wir drin sind, ist auch alles einfacher, weil man sich nur von den Wellen tragen lassen kann. Sobald ich meinen Kopf mit der Taucherbrille unter Wasser stecke, sehe ich schon diese Flunder am Boden entlang schwimmen und folge ihr fasziniert bis ich sie verliere.

Sie ist wirklich sehr gut getarnt. Wer kann sie entdecken?
Egal in welche Richtung man sieht, überall finden sich spannende bunte Fische. Diese kleinen schwarz-weißen haben es mir auch angetan.

Einen kleinen Seeigel sehe ich auch und habe ab diesem Zeitpunkt in bisschen Angst um meine Füße beim aus dem Wasser steigen.

Aber alles geht gut und wir beobachten nach diesem aufregenden Schnorchelgang noch etwas die grün schillernden Krebse beim herumtollen auf den Steinen.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir dann wieder am Campingplatz mit unserem schönen Strandabschnitt.

Für den nächsten Tag haben wir uns die zweite Wanderung im Mandu Mandu Gorge vorgenommen. Diese Schlucht führt kein Wasser mehr und so kann man durch das ausgetrocknete Flussbett ein Stück weit hinein laufen. Dabei schrecken wir ein Känguru auf, das eilig davon hüpft.

Es gibt aber auch gemütlichere Bewohner dieser Schlucht – das seltene schwarzflankige Felsenwallaby ist in der Felswand zuerst nicht ganz einfach zu entdecken.

Um das Größenverhältnis zwischen uns und der Schlucht besser darzustellen, gibt es noch ein kleines Fotoshooting mit Weihnachtsmützen bevor der Weg uns nach oben führt.

Inzwischen sind wir sehr froh, an unsere Hüte jeweils etwas Fliegengitter genäht zu haben, denn die Plagegeister sind hier sehr zahlreich und würden uns gerne sämtliche Körperflüßigkeiten klauen, wenn sie nur könnten.

Von hier oben kann man auch sehr gut erkennen wo wir unseren Weg am Anfang, bzw. Ende der Schlucht begonnen haben.

Nach dieser Wanderung sind wir aufgewärmt genug für die nächste Schnorcheltour – wir wollen den Drift Snorkel am Turquoise Beach ausprobieren. Das Wetter ist allerdings heute etwas grau und windig, sodass wir befürchten die Strömung könnte zu stark sein. Zum Glück treffen wir am Strand auch andere, die uns erklären wie es funktioniert. Bei Unsicherheit kann man aber auch im Milyering Visitor Center im Park vorbeischauen und sich informieren. Für den Drift Snorkel geht man vom Weg aus ein wenig nach links und schwimmt dann quer nach links auf das Meer hinaus. Die Strömung erfasst einen irgendwann automatisch und man treibt an den schönen Korallen und bunten Fischen vorbei. Hier muss man sich mit dem Fotografieren aber etwas beeilen, denn sonst ist man vorbei.

Wenn man sich der Kurve des Strandes nähert, sollte man so langsam anzufangen in deren Richtung zu paddeln, denn dahinter beginnt eine starke Strömung, durch die man durch eine Öffnung im Riff hinaus auf das Meer getrieben werden kann. Als ich mich schon fast mit meinem Schicksal als Treibgut auf dem Meer abgefunden habe, erreiche ich schließlich doch noch den rettenden Strand.
Weil das Wasser doch weniger kalt war als befürchtet, machen wir das Ganze gleich nochmal.

Diesmal sind wir schon etwas routinierter aber danach reicht es trotzdem. Wir wollen unsere Kräfte lieber nicht überstrapazieren.
Allerdings haben wir immer noch Lust auf Schnorcheln und weil die Oyster Stacks gestern einfach unschlagbar waren, begeben wir uns nochmal dorthin. Auch hier hüpfen wir nun routinierter ins Wasser und ich sehe auch sogleich einen Seestern.

Auch diesen Regenbogenfisch kann ich mit der Kamera endlich einfangen.

Dieser Fisch scheint mich und meine Kamera aber gar nicht zu mögen, denn er schwimmt mehrmals drohend auf mich zu und dreht kurz vorher wieder ab.

Am Meisten beeindruckt mich allerdings dieser riesige Seeigel, dessen lange Stachel unter diesem Stein herausragen. Dagegen war der kleine von gestern ja noch ein Baby!

Die Begegnung hat meine Angst um meine Füße nicht geschmälert aber wieder geht beim Ausstieg aus dem Wasser alles gut und auf dem Weg zum neuen Campingplatz „Ned’s Camp“ begegnen wir sogar noch einem Emu, der sich von unserer Anweseneheit nicht beirren lässt.

Wir haben für die letzte Nacht im Park einen Campingplatz weiter nördlich gewählt, weil wir den Süden nun gesehen haben und so näher am Ausgang sind. Eigentlich wollten wir auch nicht ganz so weit nach Norden aber der Zyklon hat nicht so viele Campingplätze übrig gelassen. Diesmal denken wir bereits genug Sonnenuntergänge gesehen zu haben aber das Licht lässt und doch noch plötzlich aufspringen und mit Kamera zum Strand rennen. Immerhin folgen uns auch andere Bewohner des Campingplatzes.

Zum Frühstück bekommen wir Besuch von einem Ranger, bei dem wir unsere Camping Gebühren von 10 Dollar pro Person und Nacht bezahlen. Eigentlich hätte man diese bereits bei Einfahrt in den Park zahlen müssen aber wir haben voreiligerweise gar nicht angehalten, weil wir dachten man müsste hier den Eintritt bezahlen und wir haben ja den Park Pass. Zum Glück ist er sehr nett und alles kein Problem.

Heute steht für uns noch einmal Urlaub auf dem Programm und wir schnorcheln etwas in der im Vergleich zum Drift Snorkel ruhigeren Turquoise Bay.

Natürlich sehen wir auch genau dann einen Oktopus, wenn ich meine Kamera nicht dabei habe!
Ich bin ja aber lernfähig und so nehme ich sie zu einem erneuten Drift Snorkel wieder mit, sodass ich diesen langen und schmalen Fisch oben links im Bild mit der Kamera einfangen kann.

Den hatten wir gestern schon gesehen aber das Bild wurde nicht gut.
Nachdem ich schon wieder knapp am Treibgutschicksal vorbei geschrammt bin, schnorcheln wir noch etwas in der Bucht und sehen tatsächlich noch einen Rochen am Grund entlang treiben.

Schließlich wollen wir noch einen anderen Schnorchel Spot ausprobieren und fahren nach Lakeside. Hier gibt es allerdings nur Seegras und gerade keine Schildkröten, die es fressen möchten. Etwas enttäuscht verlassen wir den ansonsten so wundervollen Park und werden von zwei Aasgeiern verabschiedet.

Nach drei Tagen im Park kann ich wirklich sagen, dass es ein kleines Paradies ist! Trotz der durch den Zyklon reduzierten Campingplätze wurde es nicht zu überfüllt und das obwohl wir kurz vor Weihnachten dort waren. Hier kann man wirklich einen ganzen Tag mit Schnorcheln, Wandern und noch mehr Schnorcheln verbringen und dabei tief in die vielseitige Tierwelt eintauchen! Natürlich muss man dafür auf ein wenig Comfort verzichten, denn auf den Campingplätzen gibt es keine Duschen, Strom etc. und auf Einigen sind sogar Generatoren verboten. Es gibt also wirklich nur primitive Plumpsklos, die allerding überraschend sauber waren. Wer auf seine tägliche Dusche nicht verzichten möchte, kann sich aber im Campingplatz am Leuchtturm einquartieren, denn der ist nicht allzu weit vom Parkeingang entfernt. Wir haben jedenfalls die Ruhe und Entspannung in unserem Naturparadies sehr genossen!

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