15 Jan

Abel Tasman Nationalpark – Wandern mit Grillenzirpen im Ohr und Honiggeruch in der Nase

In Nelson verschlägt es uns sogleich in die Touristen Information wo wir für den nächsten Tag ein Wassertaxi zum Startpunkt einer Tageswanderung im Abel Tasman Nationalpark buchen. Helena möchte mit dem Kayak dorthin paddeln und bucht daher das. Die Nacht verbringen wir im riesigen aber gut organisierten Bethany Park Campingplatz in der Nähe von Kaiteriteri. Am nächsten Morgen geht es früh los und wir bringen Helena zuerst zu ihrer Kayaktour nach Marahau. Ihr Guide erklärt uns, dass wir sie in der Observation Bay abholen sollen. Michele und ich nehmen ihren Rucksack mit, da dieser nicht nass werden soll und begeben uns zu unserem Wassertaxi. Man steigt hier bereits an Land ein und wird dann von einem Traktor ins Meer geschubst.

Die holprige Fahrt bringt uns zuerst ein Stück nach Süden, wo wir den berühmten „Split Apple Rock“ bewundern können. Dieser Felsen sieht aus wie ein gespaltener Apfel und es heißt diese Spaltung wäre durch Frost geschehen. Das können wir uns an diesem angenehm warmen Tag jedoch nicht so wirklich vorstellen.

Heute sind scheinbar besonders viele Wellen und so hüpft das Boot nur so vor sich hin während wir weiter in den Norden fahren.

Schließlich kommen wir im Paradies und somit am Startpunkt unser Wanderung an: Anchorage Bay. Mit weniger Bötchen wäre es sogar noch paradiesischer. Wir hüpfen barfuß aus dem Boot ins seichte Wasser und waten zum Strand.

Unser Boottaxi Fahrer sagt uns wir hätten entspannt Zeit bis Helena in Observation Bay ankommt und es wäre auch gar nicht weit. Daher säubern wir in Ruhe unsere Füße vom Sand, ziehen die Wanderschuhe an und laufen mit insgesamt drei Rucksäcken los, denn wir haben ja noch Helenas Sachen dabei, die wir ihr möglichst bald übergeben möchten.
Von der Bucht aus geht es erstmal ein gut anstrengendes Stück nach oben, wo man mit dieser fabelhaften Aussicht belohnt wird.

Wir wundern uns, dass wir noch nichts von Observation Bay gelesen haben und fragen ein paar leider ahnungslose Wanderer. Nachdem wir einen langen Abstieg auf uns genommen haben nur um eine falsche Kayaktruppe zu treffen, deren Anführer uns mitteilt wir müssen wieder hoch und noch ein gaaanzes Stück weiter laufen, gehen wir auch keine Risiken mehr ein und vermeiden Abstecher. Am Ende hat es bestimmt eine Stunde Wanderung gedauert bis wir endlich auf Helena treffen, die sich auch bereits wunderte und uns entgegen gelaufen kommt. Observation Bay war dann doch ein paar km weiter weg als wir dachten, nämlich insgesamt 3,5 km von Anchorage aus.
Aber endlich können wir den abwechselnd getragenen Rucksack an seine Besitzerin abgeben und uns völlig dem Regenwald hingeben.

Der Weg ist wunderschön und ein teilweise ohrenbetäubendes Grillenzirpen unser ständiger Begleiter.

Hin und wieder steigt uns auch ein süßer Honigduft in die Nase, vielleicht Manuka?

Ich bin außerdem sehr fasziniert von den Riesenfarnen, die schöne Schatten auf den sandigen Weg werfen.

Da nun jeder wieder nur seinen eigenen Rucksack trägt trauen wir uns auch wieder einen Abstecher nach unten zu einem wunderschönen Strand zu machen. Hier hätte ich stundenlang sitzen und den Wellen zuschauen können.

Aber wir haben noch ein paar Stunden Wanderung vor uns und daher zieht es uns weiter. Durch das Gebüsch eröffnen sich dabei immer wieder tolle Aussichten auf das unglaublich gefärbte Wasser, traumhafte Küstenabschnitte und wunderschöne Inselchen.

Nach 6,5 Stunden und 12,4 Kilometern kommen wir wieder am Startpunkt und somit unserem Auto an und fahren zurück zu unserem Campingplatz, wo wir nach dem Abendessen erschöpft auf die Matratze fallen.

2 Gedanken zu „Abel Tasman Nationalpark – Wandern mit Grillenzirpen im Ohr und Honiggeruch in der Nase

  1. Oh, Abel Tasman! *lof*
    Wunderschön! Und überaus erstaunlich, wie viele Höhenmeter ein Wanderweg an der Küste entlang bereit halten kann, war ganz schön anstrengend.

    • Jaa, das war echt eins meiner Highlights und ich kann es kaum erwarten zurück zu kehren 🙂
      Wir haben statt der veranschlagten 4 Stunden dann auch 6,5 Stunden für den Weg gebraucht 😀

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